Bei einer öffentlichen Veranstaltung stellte die FDP Hockenheim der Bevölkerung der Rennstadt ihre Kandidaten für die Gemeinderatswahl und ihr Programm vor. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Frank Köcher-Hohn stellten sich der Reihe nach die Kandidatinnen und Kandidaten vor. An der Spitze der Liste stehen mit dem 28jährigen Fraktionsvorsitzenden Michael Gelb und dem Landwirt und Stadtrat Helmut Kief die derzeitigen Gemeinderatsmitglieder. Ihnen folgt auf Platz 3 mit der ehemaligen Vorsitzenden Claudia Loff die erste von insgesamt acht Frauen. Dazu Köcher-Hohn: „Wir möchten gerne in die künftige Fraktion eine Frau entsenden, daher stehen insgesamt acht Frauen auf unserer Liste. Damit brauchen wir uns im Vergleich mit den Mitbewerbern nicht zu verstecken“. „Richtig, jetzt kommt es nur darauf an, dass die Wähler und Wählerinnen diese Chance auch nutzen“, pflichtet Claudia Loff ihm bei.
Auf Platz 4 folgt Rückkehrer Heinz Jahnke. Der ehemalige Stadt- und amtierende Kreisrat möchte sich nach einer Pause wieder in die Stadtpolitik einbringen: „Letztlich entscheiden jedoch die Hockenheimer ob sie mich im Gemeinderat sehen wollen. Ich trete an und im Falle meiner Wahl werde ich mich mit aller Kraft für meine Heimatstadt einsetzen, genau wie ich das auch in den letzten Jahren in der Lokalen Agenda und im Kreisrat getan habe“, bietet Heinz Jahnke an.
Der FDP-Vorsitzende und Rettungsassistent Frank Köcher-Hohn steht auf Platz 5, gefolgt von der Rechtsanwältin Katharina Schimmel und dem Steuerberater Tobias Bohn. Das jüngste Mitglied der Liste ist die 22jährige Anja Hecker auf Platz 8. „Insgesamt muss man hervorheben, dass wir mit einem Altersschnitt unter 41 Jahren eine sehr junge Liste präsentieren“, so Köcher-Hohn, „gleichzeitig ist diese aber sehr ausgewogen besetzt, wir haben in jeder Alterstufe von 22 bis 74 etwas zu bieten“.
Die erste Hälfte der Liste schließen der Organisator des Lichtermeers der Hoggemer für Hoggene Norbert Kircher, vor der Zeitungsredakteurin Ulrike van Weelden und dem aktiven Mitglied des Fanfarenzugs Stefan Barth ab. Die zweite Hälfte führt auf Platz 12 die 24jährige Auszubildende Lisa Lösch vor dem Versicherungsfachmann Orhan Ekicí und der jungen Bezirksleiterin Melanie Eichhorn an.
Auf den Plätzen 15 bis 17 kandidieren der Raumausstattermeister Claus Simon, die aktive Rentnerin Traudl Seifert und der beliebte Busfahrer und Koch Willi Lendwei. Die Plätze 18 bis 20 belegen die junge Mutter und Diplom-Übersetzerin Alissa Berger, der Gastronom Harald Schlumpp und der in vielen Vereinen aktive Diplom-Ingenieur Michael Jakobi. Abgeschlossen wird die Liste vom 27jährigen Logistikexperten Michael Großhans und dem 31jährigen Busfahrer und Juniorchef der Firma Jahnke-Reisen, Klaus Jahnke.
Im Anschluss an die Vorstellung formulierte der Vorsitzende Frank Köcher-Hohn klar das Ziel für den Wahlsonntag: „Wir möchten dieses Mal den 2004 knapp verpassten dritten Sitz erreichen“. Das unterstreicht auch Michael Gelb, „Wir könnten uns damit mit noch mehr Gewicht für die Belange unserer Wählerinnen und Wähler einsetzen“.
Das Programm der Liberalen ist eine konsequente Fortentwicklung der Haushaltsanträge der letzten Jahre. Es setzt einen Schwerpunkt auf die Haushaltskonsolidierung und den Schuldenabbau um für die Zukunft in den wichtigen Bereichen noch Handlungsspielräume zu haben. „Diese Bereiche sind für uns die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, eine barrierefreie Stadt, Schulsozialarbeit, eine gute Ausstattung unserer Schulen, Kindergärten, der Volkshochschule und der Unterstützung unserer Vereine“, führt Stadtrat Kief aus. „Gleichzeitig achten wir dabei jedoch immer auf eine nachhaltige Vorgehensweise und setzen uns gegen weiteren Flächenverbrauch, die Aufnahme neuer Schulden und für die Nutzung regenerativer Energien und einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ein“, schließen Claudia Loff und Heinz Jahnke die Programmvorstellung ab.
Außerhalb der Programmvorstellung sprachen die Liberalen auch über das leider immer noch aktuelle Thema Formel 1 am Hockenheimring. „Wir hängen hier leider als Stadt Hockenheim in der Luft und sind auf andere angewiesen“, beginnt Michael Gelb, „über die Verzögerungstaktik des Ministerpräsidenten haben wir uns sehr geärgert. Aus dem Bauch heraus würden wir deswegen gerne die Tür zum Land zuschlagen und aus der Formel 1 aussteigen. Doch eine solche Entscheidung könnte für Hockenheim sehr teuer werden. Denn dann würde uns das Land vermutlich nicht unter die Arme greifen, falls wir uns mit Herrn Ecclestone nicht auf einen Ausstieg einigen können. Der gesamte Fehlbetrag müsste in diesem Fall aus dem städtischen Haushalt bestritten werden. Daher sind wir dafür, das Gespräch von Herrn Oettinger mit Herrn Ecclestone noch abzuwarten, aber spätestens in der Gemeinderatssitzung im Juni muss eine Entscheidung fallen“.